Zeitreise

Der Stolz jeder Burg, die Zugbrücke, hat sich auf Burg Wernberg wieder in Bewegung gesetzt.
Es erforderte schon eine besondere Liebe zum Detail und die Fähigkeit zu Träumen, um die Gemäuer aus ihrem Schlaf zu erwecken. Geschickte Handwerksmeister und hunderte fleißiger Hände arbeiteten mit Tradition und Sorgfalt daran, Stein für Stein zu erneuern, Balkendecken aus dem 15. Jahrhundert zu erhalten und die ganze Burg in altem Glanz erstrahlen zu lassen. Das alles läßt sich nicht beschreiben, sondern nur erleben.

Durch unsere Gäste atmet die Burg Wernberg wieder Leben. Nur durch sie kann so ein gewagter Zeitsprung nicht nur glücken, sondern auch Sinn machen.

13. Jahrhundert

1280 Erste urkundliche Erwähnung der Burg Wernberg. Konrad der Paulsdorfer erwirbt die Burg von zwei adeligen Luiginbergern.
1281 Die Burg geht in den Besitz des uralten und verwegenen Geschlechts der Familie Nothaft über. Ein Zweig dieser Rittersfamilie benennt sich später nach dem Ort Wernberg.
1284 Vorübergehend ist Burggraf Friedrich von Nürnberg stolzer Besitzer der Burg, die aber bald danach wieder an die Nothafts zurückfällt.

14. Jahrhundert

1367 Ein markantes Datum für die Geschichte der Burg ist der 9. März 1367. An diesem Tag hat Heinrich Nothaft von Wernberg seine freien Feste von der Krone Böhmens zum rechten Mann-Lehen empfangen. Kaiser Karl IV. nimmt Wernberg als böhmisches Lehen in seinen Schutz und Schirm.
1381 Am 29. November verkaufen Hans der Nothaft und seine Frau Beatrix die halbe Feste an ihre Neffen: Heinrich, Albert und Hans Nothaft.

15. Jahrhundert

1401 Heinrich Nothaft - inzwischen auch Heinrich der Reiche genannt - errichtet in der Feste eine Kapelle, die als St. Georg-Kapelle konsekriert wird.
1407 Heinrich Nothaft von Wernberg (Richter in Nabburg 1397-1434) erhält am 23. August von König Rupprecht das Halsgericht mit Stock und Galgen.
1430 Hussiteneinfälle in der Oberpfalz, die drei Jahre später mit Hilfe der Nothafts vernichtend geschlagen werden.

16. Jahrhundert

1509 Tod von Heinrich III. Nothaft. Am 28. Dezember wird die Burg an Georg Wiespeck zu Velburg, seines Zeichens Erbkämmerermeister, verkauft.
1530 Sein Sohn Hans Adam verkauft die Burg weiter: An den Landgrafen Johann IV. von Leuchtenberg.
1560 Landgraf Ludwig Heinrich verleiht der Burg Wernberg ein Wappensiegel.

17. Jahrhundert

1646 Am 1. November stirbt Max Adam als letzter Landgraf von Leuchtenberg. Böhmen zieht Wernberg als Lehen ein und gibt die Herrschaft dem Grafen Khevenhüller. Dieser verkauft die wieder hergerichtete Burg an den Kurfürsten Maximilian von Bayern.
1650 Maximilian von Bayern übergibt Burg Wernberg zusammen mit Leuchtenberg an seinen Sohn Max Philipp. Nach dessen Tod sollte Wernberg wieder an Bayern fallen, doch der Kaiser zieht sie ein und verleiht sie Graf Leopold von Lamberg.

18. Jahrhundert

1714 Die Burg fällt nun an Bayern zurück und wird als oberpfälzisches Pflegamt eingerichtet, das mit Luhe rund 25 qkm und ca. 2000 Einwohner umfasst. Der kurfürstliche Landrichter und Pfleger Wolf Clement Peter zu Fernau auf Offenstetten zieht auf der Feste ein.
1741 Während des österreichischen Erbfolgekriegs bis 1745 wird die Burg Wernberg als Truppenlager genutzt.

19. Jahrhundert

1803 Das Pflegamt wird aufgelöst und mit dem Landgericht Nabburg vereinigt. Aus der Burg wird eine Strafanstalt, was ihr nicht gut tut: Sie zerfällt.
1871 Der historische Verein der Oberpfalz entscheidet sich nach einer Anfrage der Regierung für den Erhalt von Burg Wernberg. Die Regierung zögert dennoch mit finanzieller Unterstützung.
1873 Am 28. April verkauft das bayerische Finanzministerium die Burg für 1000 Gulden an den Hauptmann von Peritzhoff. Er erhält die Auflage, die denkmalwürdigen Teile des Gebäudes zu erhalten.
1891 Am 20. Oktober übernimmt seine Witwe Amanda von Peritzhoff die Burg Wernberg.
1892 Am 21. November verkauft Amanda von Peritzhoff die Burg an den Privatier Hans Zapf aus Murnau.
1893 August Boshart, Major aus Brüssel, kauft die Burg und kann sie aus finanziellen Gründen nicht halten - es folgt die Zwangsversteigerung.
1894 Major a.D. und Gutsbesitzer Otto Freiherr von Brencken ist der neue Besitzer. Nach dessen Tod 1915 bleibt die Burg im Besitz der Witwe und der drei Töchter.

20. & 21. Jahrhundert

1920 Graf Schall-Riaucour erwirbt die Burg, erbaut den Ostteil neu und restauriert die Gebäude.
1992 Die Burg Wernberg geht in den Besitz der Marktgemeinde Wernberg über und wird zusammen mit der Firma Conrad Electronic zum Hotel mit Restaurantbetrieb aufgebaut. Die Familie Conrad pachtet die Burg auf 99 Jahre.
1998 Es ist soweit: Die Burg eröffnet. Nach sechs Jahren Planung, Umbau und Restauration ist sie schon im ersten Jahr in der Top 100 der besten Hotels in Deutschland.
1999 Der Griff nach den Sternen gelingt: Dem Gourmet-Restaurant "Kastell" von Burg Wernberg wird der erste Michelin-Stern verliehen.
2000 Hotel Burg Wernberg wird zum 1. Januar bei Relais & Chateaux aufgenommen - der schönsten Hotelvereinigung der Welt!
2001 Christian Jürgens wird neuer Küchenchef auf Burg Wernberg und wird bereits im ersten Jahr mit dem Michelin-Stern ausgezeichnet.
2002 Die Leistungen von Christian Jürgens und seinem Team werden mit dem 2. Michelin-Stern ausgezeichnet.
2005 Ralf O. Leidner übernimmt die Direktion der Burg Wernberg.
2006 Das Gedankengebäude und sein Team wird mit der Relais & Châteaux-Corporate-Retreat-Trophy als erstes Tagungshotel innerhalb der Kooperation weltweit ausgezeichnet.
2007 Frank Hildebrand wird neuer Sommelier im Gourmet-Restaurant Kastell.
2008 Thomas Kellermann übernimmt die kulinarische Gesamtverantwortung auf Burg Wernberg als neuer Küchenchef.